22. April: Auf dem Weg nach Emmaus


Heute begegnen uns im Tagesevangelium zwei Jünger Jesu auf dem Weg nach Emmaus. Sie tauschen sich aus über
das, was in den letzten Tagen in Jerusalem geschehen ist. In den Wochen, Monaten, Jahren zuvor waren sie mit Jesus
unterwegs, sie kannten ihn, waren täglich mit ihm zusammen, haben mit ihm gegessen und ihm zugehört. Nun sind
sie einen längeren Weg mit ihm unterwegs und erkennen ihn nicht. In der alten Einheitsübersetzung heißt es:
"Doch sie [die Jünger] waren wie mit Blindheit geschlagen", in der revidierten Fassung steht: "Doch ihre Augen
waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten." Was war da los? Sah Jesus nach seinem Tod so anders aus? Konnte
es einfach keine Wirklichkeit sein, dass er lebte? Und deshalb haben sie ihn nicht erkannt? Die Worte des Evangelisten
Lukas lassen verschiedene Übersetzungen und derartige Fragen zu. Erst als Jesus mit ihnen das Brot bricht erkennen
sie ihn. Und im selben Augenblick war er nicht mehr zu sehen.
In den beiden Jüngern finde ich Parallelen zu mir: Jesus begegnet mir in den Erzählungen der Bibel, in seinen überlieferten
Worten und doch erkenne und verstehe ich ihn und seine Botschaft oft nicht. Und dann, wenn ich ihn erkannt habe und meine,
Jesus gefunden zu haben, kann ich ihn weder fassen noch greifen. Wie die beiden Jünger muss ich mit anderen darüber
reden, meinen Glauben, meine Zweifel, meine Freude mit anderen teilen. Heute überwiegt die Freude und die Gewissheit
über die Auferstehung Jesu, sodass ich mit ganzem Herzen und aus voller Brust in die Halleluja-Rufe einstimmen kann.
Morgen könnte es anders aussehen. Dann weiß ich mich getragen vom Auferstandenen selbst und den Halleluja-Rufen der Anderen.

Tobias Kanngießer, Köln


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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