20. April: Grabesruhe? – nicht auszuhalten


Der Karfreitag ist geschafft. Jetzt heißt es vorbereiten auf Ostern. Die Eier müssen gefärbt werden, die Tischdecken
gebügelt, alle Kinder noch mal in die Badewanne und dann ist ja auch schon Osternacht. Von Grabesruhe
keine Spur. Ist ja auch irgendwie komisch auszuhalten.
Für mich ist der Karsamstag seit einigen Jahren ein besonderer Tag. Das Geheimnis dieses Tages liegt doch, wenn wir
den Berichten der Evangelien trauen, darin, auszuhalten, dass Gott schweigt. Jesus ist tot, gekreuzigt und
nichts passiert. Gott schweigt. Gott ist abwesend. Gott ist tot.
Ist das nicht eine Erfahrung, die unzählige Zeitgenossen in ihrem Leben machen? Sie rufen zu Gott, sie klagen, sie
verbittern. Und Gott schweigt. Vielen Menschen heute hat Gott von vornherein nichts zu sagen. Wann, wenn nicht
heute, können wir, die wir uns gläubig nennen, uns mit diesen Menschen solidarisch zeigen.
Am Karsamstag können wir uns schweigend neben diese Menschen setzen. In die Nacht der Gottesferne und
Gottverlassenheit hinein. Und eben nichts tun. Sitzen, schweigen und hoffen. Auf dass Ostern werde, so Gott will.

Tobias Wiegelmann, Köln


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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