1. April: Der jugendliche Jesus


Bei Adolph Kolping gibt es durchaus Informationen über seine Jugendzeit. Demnach sah "Jugend" damals
ganz anders als heute aus: Bei ihm war sie durch baldiges Schul-Ende, Lehre und viel Arbeit geprägt – Erfahrungen,
die ihn später bewegt haben, sich für junge Menschen besonders einzusetzen.

Bei Jesus schweigen die Berichte bis zu seinem Erwachsen-Sein weitgehend, bis auf eine kurze Erzählung
über seine "Eskapaden" als 12-Jähriger, wo er seinen besorgten Eltern auf den ersten Blick recht kecke Antworten gibt.

"Jugend", wie wir sie heute verstehen, ist ein kulturhistorisch junges Phänomen. Früher gab es "Kinder"
und "Erwachsene", dazwischen nichts. Wenn in der Geschichte da und dort die Jugend zur Sprache kommt,
dann meist eher in kritischem Ton – davon zeugen schon uralte Keilschrift-Texte. Erst im 19. Jahrhundert wurde
begonnen, zwischen Kind-Sein und Erwachsenen-Leben ein neues "Lebensalter" zu definieren – und hier war
unser Gründungsvater Kolping mit seiner Sorge um junge Menschen am Puls neu auftretender Wirklichkeiten dran.
Seither gab es teils heftige Entwicklungen: Von Gehorsam als Erziehungsziel Nr. 1 bis zur berühmten "68er-Generation",
implizite Verherrlichung (wer will heute nicht durch "jugendliches Aussehen" glänzen oder ganz einfach
"jung" sein) bis zu manch modernem Konservatismus, wo junge Menschen in der großen Vielfalt von Möglichkeiten
Halt durch klare Linien und einfache Vorgaben suchen.

Wenn wir aus diesem Hintergrund auf die eingangs genannten Personen blicken, dann gibt es bei diesen spannende
Zugänge, die unser Leben mit "der Jugend" bereichern können:
• Von Adolph Kolping könnten wir sein unbedingtes, positives JA zu jungen Menschen lernen.
Für ihn waren junge Leute nicht mit sorgenerfülltem Auge zu betrachtende Menschen (bei all dem Elend,
das es damals gab), sondern Menschen, denen aus christlichem Hintergrund zu helfen ist, ihr Leben kreativ zu entfalten.
• Für vieles, was heute jungen Leuten zugeschrieben wird, könnte Jesus Pate stehen: Das
Ausbrechen aus überkommenden Gepflogenheiten, die Kritik an sinnentleerten Formen, Ritualen und
Konventionen, das engagierte, ja kompromisslose Eintreten für das, wovon man überzeugt ist, das soziale
Engagement ... Auch wenn immer wieder versucht wurde, Jesus zum Moralwächter des "Brav-Seins"
umzufunktionieren – eigentlich verkörpert er im biblischen Bild das Gegenteil.

Junge Menschen haben es heute in der großen Vielfältigkeit von Möglichkeiten nicht leicht. Vielleicht
gelingt es uns mehr und mehr, ihnen spürbar zu machen, dass sie mit ihrem inneren Suchen nach Freiheit und
Verwirklichung, nach sinnstiftendem Leben oder tiefer Liebe den Idealen Jesu sehr nahe sind – und gerade
bei Kolping für sie guter Platz ist!

Gerald Gump, Wien (Pfarrer, Bundespräses Kolping Österreich)


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Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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