30. März: Abraham als Vorbild?


Im vergangenen Jahr war ich bei meinem Besuch in Pakistan auch in Sahiwal. Dort in der Nähe sind Ausgrabungen von
Harappa, einer Stadt, die einmal 40.000 Einwohner hatte und etwa 2.500 Jahre vor Christus entstand. Meine Freunde
hatten wenig Lust zu diesem Ausflug, aber ich war froh, diese Ausgrabungen mit dem angrenzenden Museum zu besuchen.
Städtisches Leben, wie zur Zeit Abrahams in Ur in Chaldäa. Hier wurde mir Abram zum Greifen nah. Warum er seine
kulturell hochstehende Heimatstadt wirklich verlassen musste, bleibt unbekannt, aber er packte all sein Gut auf
Kamele und Esel und wurde Nomade, Wanderer in eine neue Zeit.
"Abram zieh aus und geh‘ in das Land, das ich dir zeigen werde!" Und er machte sich auf einen unbekannten Weg
– nicht wie einer, der auf die Walz geht, sondern als alter Mann, der mit der ganzen Familie noch einmal neu anfangen
soll, weitab von der Heimat, von städtischem Luxus und einer gut gefüllten Tafel. Aufbruch, ohne zurück zu schauen,
der Sonne entgegen! Der Stammvater Israels und Ismaels auf dem Weg nach morgen, nur wegen des Wortes der
Verheißung: "Ich bin mit Dir!" Und der Gott Abrahams ist ein mitwandernder Gott, einer, der nicht stagniert,
nicht sesshaft ist, sondern der mitgeht und da ist, Schutz gebend und mit dem Menschen in einem regen Austausch.
Als ich über die weiten Ausgrabungen schaute, wurde mir sehr bewusst, wie schwer Abram der Abschied gefallen
sein muss, aber auch was der Aufbruch ins unbekannte Neuland bewirkt hat. Er wurde der Vater vieler Völker, mit ihm
begann eine neue Zeit, in der wir heute noch stehen.
Kein Aufbruch ohne Abschied, kein Neubeginn, ohne das Zurücklassen von Vielem, das uns wichtig ist. Wir Christen
im Jahr 2019 brauchen Mut, einer neuen Verheißung auf unbekanntes Land zu folgen und dabei müssen wir Ballast
abwerfen; aber nur so können wir das Land erreichen, "in dem Milch und Honig fließen".

Peter Jansen, Velbert


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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