25. März: Verkündigung des Herrn


Das heutige Evangelium bereitet schon das Weihnachtsfest vor. Damit haftet ihm mitten in der österlichen
Bußzeit etwas Paradoxes an.
Dennoch denke ich mit Freude an die vielen Verkündigungsszenen in Malerei und Skulptur, die mich immer wieder
aufs Neue faszinieren – wie die Erzählung des heutigen Evangeliums selbst. Diese junge Frau, die oft im Gebet
versunken dargestellt wird, bekommt Besuch von einem unerwarteten, unbekannten und ungebetenen Gast. Maria, irritiert
und erschrocken, fragt sich, was der Gruß des Engels zu bedeuten habe? Er scheint sie damit nicht bösartig überrascht
zu haben, denn Maria überlegt zunächst, weist ihn nicht ab oder schickt ihn weg. Der Engel fühlt sich willkommen
und redet weiter. Er hat Maria im richtigen Moment angetroffen und die richtigen Worte gefunden. Aufmerksam hört sie
ihm weiter zu. Eine Nachfrage hat sie. Die Erklärung des Engels und die Ankündigung, dass ihre Verwandte Elisabeth
ebenfalls ein Kind bekommen wird, genügen ihr, sodass sie ihm glaubt und zu all dem Ja sagt.
Mit meinen Augen betrachtet und den Ohren der zweifelnden Gegenwart gehört, kann ich eigentlich nur den Kopf schütteln.
"Weiß die Frau um die Konsequenzen?" Das Evangelium berichtet nichts von großen Fragen und Zweifeln Mariens,
von " ... ja, aber ... " oder der Gleichem. Dafür bewundere ich die junge Maria. Und den Engel. Er hat es geschafft,
Maria so anzusprechen, dass er ihr Herz berührt hat. Anders kann ich mir das nicht vorstellen.
Wann habe ich das letzte Mal so gesprochen, dass ich das Herz meines Gegenübers berührt habe? Und wann habe ich das letzte
Mal so bedingungslos Ja gesagt. Gute Fragen, aufgeworfen durch eine weihnachtliche Geschichte mitten in der österlichen Bußzeit.

Tobias Kanngießer, Köln


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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