24. März: 3. Sonntag in der Fastenzeit: Warum verbrennt der Dornbusch nicht? (Ex 3, 1-8a.13-15)


Seit 1952 gibt es sie schon! Die "Woche der Brüderlichkeit". Sieben Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers
Auschwitz durch russische Soldaten fing es an: Jedes Jahr, Anfang März, fragen die "Christlich-jüdischen Gesellschaften"
und viele andere Juden und Christen in Deutschland: Was verbindet uns trotz aller Unterschiede? Wir waren und bleiben Geschwister.
Die müssen sich zusammenraufen, irgendwann, was sie auch immer einander angetan haben. In diesem Jahr war der Schlusspunkt
der Woche in Nürnberg. Ausgerechnet. Wo bei den "Reichsparteitagen" die Massen brüllten: "Ein Volk, ein Reich, ein
Führer!", genau da suchten Juden und Christen vom 8. bis 10. März gemeinsam nach dem Einen, der uns wirklich führen kann.
In der ersten Lesung dieses dritten Fastensonntags hören wir in unseren katholischen Kirchen aus dem zweiten Buch der Bibel
(Exodus 3,1 f.), welche Flamme von Mose bis heute faszinieren kann: "Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?" Die
braunen Verbrecher haben das versucht, so wie viele vor ihnen, auch Christen, GOTT sei's geklagt. Sie haben versucht, das
Judentum wegzubrennen. Das konnte nicht gelingen und wird nie gelingen, ebenso wie das Christentum bleiben wird, das aus der
gleichen Wurzel gewachsen ist.
Komm, gönn dir ein paar stille Minuten und schlag mal wieder deine Bibel auf! Vielleicht ziehst du sogar, wie Mose in dieser
Erzählung und wie fromme Muslime vor den fünf Gebetszeiten des Tages, deine Schuhe aus. Es ist ein Zeichen der Ehrfurcht
vor dem Unbegreiflichen. "Heiliger Boden" – das waren nicht nur ein paar Quadratmeter in der Wüste Sinai. Dieser Boden ist
überall, wo der HEILIGE auf uns wartet. Wir dürfen fest darauf vertrauen, dass er auch uns und ganz persönlich Wichtiges
sagen möchte! Seinen Namen, den aus Ehrfurcht kein Jude ausspricht, deutet die Bibel mit den Worten: "Ich bin da!" Auch
für dich und mich und uns. Nach ihm suchen wir Christen mit den Juden aller Zeiten, wenn auch auf teilweise verschiedenen
Zugangswegen. Er stellt sich uns allen vor als der GOTT unserer Väter und Mütter und als Befreier aus allem Elend und jeder
Unterdrückung.
Die 40 Tage auf Ostern hin riechen jedes Jahr nach der Wüste, durch die er uns zur Freiheit führen will. Die 40 Jahre, die das
Volk Israel unterwegs war, bilden wir ab wie schon Jesus, unser neuer Mose in der Wüste Juda, zwischen Jericho und Jerusalem.
Von ihm wird uns erzühlt, dass er, frisch in GOTT verliebt nach seiner Taufe, aber auch stark versucht war und hart getestet
wurde. Er möchte uns wohl mitnehmen durch die Wüste unserer Tage in eine neue Freiheit!
Nein, der Dornbusch kann niemals verbrennen. Wir sind zwar mit all unseren Dornen der Brennstoff, aber das Feuer ist ER, der
ganz Andere!

Gerhard Dane, Bedburg


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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