17. März: 2. Sonntag in der Fastenzeit: Der ungekündigte Bund (Gen 15, 5-12.17-18)


Wir sagen in unseren Kreisen gerne: "Treu Kolping"! und erwarten als "Antwort" das Echo: "Kolping treu"!
Stell dir vor, du träfst heute jemand, der zu dir sagt: "Treu Abraham"! Da würdest du wohl ziemlich verwirrt
aussehen und sagen: "Was ist denn mit dir los?"

Aber dieser Mensch hätte vollkommen recht, falls er ein Christ ist und dich auch dafürhält. Vater Kolping hätte
sicher seine Freude an dir, wenn du fröhlich antworten würdest: "Abraham treu!"

Christen gehören nur wirklich zu Christus, wenn sie Abraham als Vorbild im Glauben haben, gemeinsam mit
allen Juden und sogar mit den Muslimen.

Im Evangelium dieses Sonntags, des zweiten in der Fastenzeit, hören wir, wie Jesus auf einem Berg mit Mose
und Elia im Gespräch ist. Verklärung Christi? Du kannst ruhig mal den ersten Buchstaben weglassen!
Es ist die unwiderrufliche Erklärung, wer er ist! Er ist jedenfalls – wie alle guten Juden – im Gespräch!
Hier mit dem, der das Volk Israel zusammenholte und ihm die Weisungen Gottes gab, und mit dem ersten
großen Propheten, der die selbstgemachten Götter enttarnt hatte: Drei Söhne Abrahams im Gespräch!

Du kannst vielleicht heute eine kleine Zeit finden, um die Drei zu fragen, was Vater Abraham ihnen bedeutet.
Eine Antwort findest du in der ersten Lesung dieses Sonntags: Diesen Abschnitt aus dem ersten Buch der Bibel,
die wir mit den Juden gemeinsam lesen, kannte unser Meister höschstwahrscheinlich (fast) auswendig! Genesis.
Im 15. Kapitel fängt es an, beim 5.Vers. Lies mal! Langsam! Am Besten auch hörbar! Stell dich in Gedanken unter
den Sternenhimmel neben den Wanderhirten, der anfangs nur Abram hieß, erst später Abraham, "Vater vieler Völker".

Den Bund mit ihm hat GOTT nie gekündigt. Wir sind durch den Juden Jesus hineingekommen, nachträglich,
adoptiert. Leider haben wir Christen das lange nicht richtig kapiert. Wir hatten meistens gedacht: Das
Volk Israel hat Jesus nicht als den Messias angenommen, also sind jetzt wir, seine Kirche, das neue Volk
Israel, das alte hat sich erledigt.

Wer so denkt, hat etwas sehr Wichtiges vergessen: Unser GOTT ist treu! Musste erst etwas so Entsetzliches
geschehen wie die Vernichtung von 6 Millionen Juden bis 1945, um uns Christen klarer denken zu
lassen? Ohne die Juden gäbe es uns überhaupt nicht! Niemand kann ein ganzer Christ sein, der nicht ein
halber Jude ist! Während ich dies hier schreibe, habe ich eine Kippa auf dem Kopf. Das kleine Scheitelkäppchen
aus Jerusalem wärmt meinen schon ziemlich kahlen Schädel und hilft mir, gleich unterhalb davon deutlicher
zu denken: Der "Alte Bund" ist nicht veraltet! Wir sollten wirklich besser vom "Ersten Testament" reden
und hoffen und beten, dass Juden und Christen das Gespräch weiter vertiefen und wir in Europa noch dankbarer werden
für das, was die Juden uns geschenkt haben! Mit dem Vertrauen von Vater Abraham fing so viel Wunderbares an!

Gerhard Dane, Bedburg


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Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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