6. März: Aschermittwoch


Fastenzeit – sieben Wochen ohne. Verzicht. Sein lassen. Fasten. Mit dem heutigen Aschermittwoch
beginnt die Fastenzeit. Schon seit Wochen werde ich mit Angeboten von Verlagen und Videos im Internet
überschwemmt, die mir weismachen wollen, wie gut das Fasten für meinen Körper ist. Entgiften, Abnehmen,
sich einfach wieder wohl fühlen in meinem Körper. Und wozu? Damit ich mich endlich wieder im Spiegel
anschauen mag. Dieser Gedanke hat mich stutzig gemacht. Beim Blick in den Spiegel bin ich dem Sinn der
Fastenzeit auf die Spur gekommen. Ein Spiegel ist ja im Grunde nichts anderes, als eine Glasscheibe, die mit Silber
beschichtet ist. Das Silber steht hier für das Schöne, das aber eigentlich überflüssig ist. Es ist gut, Silber
zu haben, aber es macht nicht glücklich. Wenn ich dieses Silber weglasse, dann wird aus dem Spiegel eine Scheibe.
Dann sehe ich nicht mehr mich, wenn ich hineinblicke, sondern der Blick wird frei auf die Welt, auf den
Nächsten. Ich kann hindurchsehen. Wellness-Fasten dient dem Blick in den Spiegel. Das ist gut und gesund. Aber dabei
geht es nur um mich. Mich von überflüssigen Dingen zu befreien jedoch weitet meinen Blick. Insofern ist Fasten immer
auch ein bisschen aufräumen und entrümpeln. Manchmal reicht es schon, das Fenster zur Welt wieder zu putzen.

Tobias Wiegelmann, Köln


Den "Virtuellen Fastenkalender" finden Sie auch in der App "Gott offen" unter Gebete – Kirchenjahr – Fastenzeit.
Die App ist kostenlos für iOS in Apples App Store als auch für Android im google Play Store verfügbar.



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Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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