18. Dezember: Eine heilige Familie?


Dass die so genannte "Heilige" Familie von Anfang an so ihre Probleme hatte,
wird nirgendwo besser deutlich als im heutigen Tagesevangelium. Maria ist schwanger,
Josef sieht sich nicht als Vater und beschließt, sie im Stich zu lassen. Ich bin versucht,
den Text mit den Augen eines Josef im 21. Jahrhundert zu lesen. Ein Mann, der vor einem Problem in
seiner Beziehung steht, dass ihm unüberwindbar scheint. Die einzige Lösung ist die Flucht.
Dann aber hat er diesen Traum. Träume gelten in der Psychoanalyse als Spiegel der
Seele. Josef erfährt in diesem Traum, dass Gott an seiner Seite steht. Die Verheißung
"Immanuel – Gott mit uns" wird in seinem Leben konkret. Die Begegnung mit Gott im
Spiegel seiner Seele gibt Josef die Kraft, sich der Situation zu stellen und sie zu leben.
Menschliche Beziehungen, sei es in Familie, Partnerschaft oder Freundschaft, sind
nie frei von Schwierigkeiten. Und es ist zutiefst menschlich, dass es einen Fluchtreflex gibt,
dass wir dazu neigen, manchmal zu schnell aufzugeben. Wenn wir in
Kontakt mit unserer Seele sind, gibt es noch einen anderen Weg.
Tief in unserem Innern können wir – so lesen wir es heute – dem
"Gott mit uns" begegnen. Diese Begegnung lässt das scheinbar unmögliche lebbar werden.

Tobias Wiegelmann, Köln


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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