17. März: Aufs Kreuz gelegt


Recht bitter eine solche Erfahrung, wenn man aufs Kreuz gelegt wird. Wie in einem Ringkampf, schachmatt am Boden hingestreckt, den hämischen Blicken des Siegers ausgesetzt, wehrlos und ohnmächtig der Übermacht eines anderen ausgeliefert, unentrinnbar seinem Zugriff. Mal im übertragenen Sinn und mal wortwörtlich. Mal sind wir Opfer und mal sind wir Täter.

Einer war nie Täter, wohl aber Opfer, und das in der Weise äußerster Erniedrigung. Es war Jesus von Nazareth. Ihn hat man brutal aufs Kreuz gelegt; mehr noch, ans Kreuz wurde er genagelt und einem grausamen Tod ausgeliefert. All das ließ er mit sich machen, um so und nicht anders unsere Schuld zu sühnen. "Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben" (1 Petr 2,24).

Der grenzenlosen Liebe des gekreuzigten Jesus gedenken wir in diesen Tagen und Wochen vor Ostern. Er ließ sich für uns aufs Kreuz legen. Welch‘ ein menschlicher Fortschritt, welch' ein Segen, würden wir doch zu denen gehören, die für immer der Versuchung abschwören, andere aufs Kreuz zu legen! Jesu Leiden genügt zur Rettung der ganzen Menschheit.


(Alois Schröder, Paderborn, ehemaliger Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland)


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Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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