14. März: In den Schatten stellen


Österliche Bußzeit Zeit der Besinnung auf unser vielfaches Schatten-Dasein. Bei ehrlichem und genauem Hinsehen erkennen wir manch trübe und dunkle Regionen in unserem Leben. Angst und Enge, Leid und Schmerz, Sünde und Schuld, Tod und Teufel werfen ihre langen und schweren Schatten auf unser Erdendasein.

Und da sind auch immer wieder die Schatten der Vergangenheit, die uns einholen und geradezu an Ketten legen wollen. "Jugendsünden", falsche Entscheidungen, unglückliche Veranlagungen gehören zu diesen Folterwerkzeugen. Allzu gerne möchten wir über unseren eigenen Schatten springen. Allzu gerne möchten wir diesem Schatten davonlaufen, ihn einfach von uns abschütteln. Und andere in den Schatten stellen, um selbst mehr auf der Sonnenseite zu stehen, produziert wiederum neue Schatten einer unbewältigten Vergangenheit.

Woher kommt die Lösung und Befreiung von den Schatten, die uns bedrücken und verfolgen? Adolph Kolping gibt folgende Antwort: "Was die Erde nicht bieten kann, das findet der Christ unter dem Kreuze." Ja, das Kreuz ist es, besser noch der Gekreuzigte selbst, der uns von Schuld und Schatten befreien kann. Setzen wir uns der Sühnekraft des Kreuzes und des Gekreuzigten aus! Stellen wir uns in den Schatten des Kreuzes, wie es uns eine Geschichte empfiehlt:

Ein Mann wollte seinen Schatten loswerden, aber, was er auch anstellte, es gelang ihm nicht: Er wälzte sich auf dem Boden, sprang ins Wasser, versuchte, über den Schatten wegzuspringen. All das vergeblich.

Ein weiser Mann, der diese Geschichte hörte, meinte dazu: "Das wäre doch ganz einfach gewesen, den Schatten los zu werden!" "Wieso einfach?", fragten die Umstehenden neugierig, "was hätte er denn machen sollen?" Und der weise Mann gab zur Antwort: "Er hätte sich nur in den Schatten eines Baumes zu stellen brauchen."


(Alois Schröder, Paderborn, ehemaliger Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland)


IMPRESSUM:
Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


Sie erhalten diese E-Mail, weil Ihre E-Mail-Adresse auf der Seite www.fastenkalender.or.at eingetragen wurde. Sollten Sie sich abmelden wollen, so schicken Sie bitte diese E-Mail mit dem Betreff "Abmeldung" zurück.