11. März: Bergfest


In dem Krankenhaus, in dem ich meine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht habe, war es Brauch, nach der Hälfte der dreijährigen Ausbildung ein Bergfest zu feiern. Der Weg nach oben auf den Gipfel, den Scheitelpunkt des Berges, war geschafft. War der erste Teil ein mühsamer Aufstieg so schien die zweite noch vor uns liegende Hälfte ein gemütlicher Abstieg. Weit gefehlt. Mit zunehmender Kompetenz wurde uns auch mehr abverlangt. Aber wenigstens waren wir nicht mehr die Neuen, denen man noch die Abläufe im Stationsalltag erklären mussten. Und spätestens in der Prüfungszeit merkten wir, wie steinig und schwierig ein Abstieg sein kann, bevor wir dann unsere Abschlusszeugnisse in den Händen halten konnten.

Mit dem heutigen Sonntag Laetare feiern wir das Bergfest der österlichen Bußzeit. Farblich in der Liturgie zu sehen am Messgewand, das heute rosa ist. Das Violett der Buße wird aufgehellt mit weiß, der liturgischen Farbe der Freude. Vielleicht ist es die Freude darüber, dass die Hälfte der Fastenzeit vorbei ist und mit jedem weiteren Tag das Ende des Fastens näher rückt. Vielleicht ist es ein Hinweis, dass am Ende der Bußzeit das größte aller Feste auf uns wartet die Auferstehung!

Doch Vorsicht, kurz vor dem Erreichen des Zieles der Auferstehung Jesu wird der Weg durch die Passion nochmals steinig und schwierig. Aber er endet in der Osterfreude, die wir mit der liturgischen Farbe Weiß zum Ausdruck bringen das Weiß, mit dem heute das Violett zu Rosa wird. Die Freude, wird uns bereits heute im Introitus der Messe angekündigt: Laetare Ierusalem Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum!


(Dr. Tobias Kanngießer, Köln)


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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