2. März: Das Jüngste Gericht - verstörend wunderbar


"Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi,
auf dass ein(e) jede(r) empfange nach dem,
was er (sie) getan hat im Leib,
es sei gut oder böse."
2 Kor 5,10 (nach Luther 2017)


Die Vorstellung, dass irgendwann alles ans Licht kommt, hat für mich etwas verstörend Wunderbares. Verstörend, weil ich es mir schrecklich vorstelle, zu hören, zu sehen, zu erleben, wie viel Unheil ich während meines Lebens angerichtet habe. Das meiste davon ist mir vermutlich jetzt gar nicht bewusst.
Wie lange wird es dauern, bis alles ausgesprochen ist, bis ich verstanden habe, wo ich durch mein Verhalten großen Schaden angerichtet habe?

Aber dann ist endlich alles auf dem Tisch. Alles „offenbar“. Wunderbar! Noch Wunderbareres erhoffe ich mir aber von der Person, die da auf dem Richterstuhl sitzt. Ich hoffe und glaube, dass Christus auch offenbar macht, wie mein Handeln und Denken mit dem zusammenhängt, was ich selbst erlebt, erlitten habe. Ich hoffe darauf, dass ich dadurch selbst verstehe, warum ich wann wie entschieden und gehandelt habe. Ich hoffe, dass Christus mich nicht nach einem ‚objektiven‘ Maßstab beurteilt, sondern die „Augenbinde“ abnimmt. Ich hoffe, dass mein ganzes Leben offenbar wird. Nicht nur meine Egoismen, sondern auch alle meine Ängste. Nicht nur mein Verletzen, sondern auch alle meine Verwundungen. Nicht nur mein Trotz, sondern auch meine Sehnsucht. Diese Art der Gerechtigkeit erhoffe ich mir. Und allen anderen.

Das Jüngste Gericht – verstörend wunderbar.

(Ute Niethammer, Freiburg)
Quelle: www.weltgebetstag.de/impuls-des-monats/ (Februar 2018)



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Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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