27. Februar: Kerbholz hin - Kerbholz her


Von anderen sagt man das sehr leicht: "Der hat was auf dem Kerbholz". Diese Redensart kommt von einem alten Brauch. Das Kerbholz ersetzte bei denen, die nicht lesen und schreiben konnten, das Schuldenbuch. In zwei aufeinander passende Holzstäbe wurden die Schulden des Käufers eingekerbt. Einen Stab erhielt der Gläubiger, den anderen der Schuldner. Um richtig abrechnen und die Schulden direkt tilgen zu können, wurden die beiden Stäbe zusammengelegt und verglichen.

Jetzt ist die Zeit der Umkehr und der Buße. Nutzen wir sie, indem wir für uns die Sache mit dem Kerbholz erledigen. Haben wir den Mut, zu unserer Schuld zu stehen und um Vergebung zu bitten, Gott und den Nächsten! Denn Sünde und Schuld haben es immer mit einem willentlichen und unwillentlichen Verstoß gegen Gottes Weisungen, die zehn Gebote zu tun, gegen das Gebot der Liebe und die Regel menschlichen Umgangs und Anstands.

Schuldlos werden, Schuld loswerden, das geht nicht, indem wir das Kerbholz drehen und wenden, bis es glatt gehobelt und, wie wir meinen, dann ohne Einkerbungen ist. Schuld will eingestanden, will vergeben und gesühnt werden.

Einer hat für uns alle Sühne geleistet, Jesus Christus. Das Holz des Kreuzes, das er aus freiem Willen und aus Liebe zu uns geschultert hat, ist die Antwort Gottes auf unser Kerbholz. Legen wir dieses unser eigenes Kerbholz zu Füßen des Kreuzes Jesu nieder! Tun wir das in "Reue und Demut", aber allemal in dem festen Vertrauen auf das Bekenntnis des Apostel Paulus: "Er (Gott) hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen ... Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat." (Kol 2,14)


(Alois Schröder, ehemaliger Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland)


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Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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