22. Februar: Kathedra Petri


Das heutige Fest „Kathedra Petri“ erinnert uns an die Berufung des Apostels Petrus zum Lehramt in der Kirche. Im Evangelium des Tages spricht Jesus die Worte zu Petrus, die heute in übergroßen Lettern in der Kuppel des Petersdomes stehen: „Tu es Petrus“ – „Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ (Mt 16,18) Im Gegensatz dazu stehen die Erzählungen über Petrus als er, vom Zweifel übermannt, ob er auf dem Wasser gehen kann, untergeht (Mt 14,22-33) und nach der Verhaftung Jesu, als er seinen Herrn drei Mal verleugnet (Mt 26,69-75). Petrus wird einerseits mit einer großen Aufgabe betraut und andererseits wird er in wichtigen Momenten schwach, wenn es ernst wird. Warum bezeichnet Jesus gerade so einen als „Fels“? Vielleicht, weil er keinen anderen hatte. Oder gerade weil Petrus diese schwachen Momente kennt, soll er es sein, der die Kirche aufbauen soll! Ein Mensch, der wenig mutig scheint, wird mit Leitungsaufgaben betraut. Was für ein Gegensatz zu dem, was wir heute als Bild von Führungspersönlichkeiten vermittelt bekommen. Die müssen sich durchsetzen können und bei Bedarf auf den Tisch hauen. Wie beruhigend, dass es in der Nachfolge Jesu nicht darum geht, sich durchzusetzen und auf den Tisch zu hauen. Hier sind andere Talente gefragt, mitfühlend und barmherzig sollen wir sein. Ein Fels sollen wir sein – im Einsatz für den Nächsten!


(Dr. Tobias Kanngießer, Köln)


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Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


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