20. Februar: Vor albernen Andachten behüte uns Gott


Ja, Sie haben richtig gelesen! Der Satz stammt nicht von mir, sondern ist ein überlieferter Ausspruch der großen Teresa von Avila, einer Kirchenlehrerin des 16. Jahrhunderts. Wir mögen möglicherweise schmunzeln über diese Worte und darauf verweisen, dass es ja eh kaum noch Andachten gibt, aber der Satz hat es in sich in all‘ unserem gottesdienstlichen Tun. Worauf kommt es wirklich an, was verdeutlicht die Botschaft des Evangeliums in unseren Kirchen und was verdunkelt sie! Das ist eine Frage an jeden und jede von uns, an die, die Gottesdienste gestalten, an Küsterinnen und Küster, die die Kirchenräume gestalten, an Mitglieder der Pfarrgemeinderäte, die Liturgie ermöglichen sollen, an Kinderliturgiekreise und an jede Christin und jeden Christ, der jede „alberne Andacht“ über sich ergehen lässt.
Auch die österliche Bußzeit kennt da viel Beispiele: Da gibt es Gemeinden, die räumen für diese Zeit buchstäblich die ganze Kirche leer (und lassen hochbetagte Menschen ihre eigenen Stühle mitbringen), andere kleiden die Kirchen mit violetten Stoffbahnen aus, sodass man nichts mehr anderes sieht als lila, oder es werden die Kirchen zu „Abstellkammern“ für alles Mögliche gemacht ohne Sinn und Verstand. Und das ganze spiegelt sich dann auch in der Liturgie wider.
Dabei geht es darum, was die biblische Botschaft des Evangeliums unterstreicht und erhellt und was sie verdunkelt. Da ist viel Kreativität gefragt, aber auch Demut und Behutsamkeit. Nicht alles „Alte“ war gut und richtig, aber auch nicht jede unreflektierte Neuerung bringt die gottesdienstliche Feier zum Leuchten.
Schon die große Teresa hat das schmerzlich in ihrem Karmelitinnenkloster erleben müssen und hat das sehr kritisch angemerkt und ihre Erfahrungen in diesen wunderbaren Satz gekleidet: Vor albernen Andachten behüte uns Gott!



(Peter Jansen, Velbert)


IMPRESSUM:
Inhaber und Herausgeber: Kolpingwerk im Erzbistum Köln e. V., Präses-Richter-Platz 1a, 51065 Köln
Redaktion: Dr. Tobias Kanngießer


Sie erhalten diese E-Mail, weil Ihre E-Mail-Adresse auf der Seite www.fastenkalender.or.at eingetragen wurde. Sollten Sie sich abmelden wollen, so schicken Sie bitte diese E-Mail mit dem Betreff "Abmeldung" zurück.