5. Dezember: „... nach dir sehnt sich dein Israel!“


Ich gebe es gerne zu: Ich bin ein Sommermensch und liebe die Sonne. Im Sommer kann es gut und gerne 30°C geben, da lebe ich richtig auf! Aber spätestens Mitte Oktober, wenn es regnet und kalt wird, würde ich mich am liebsten verkriechen und auf den Mai warten. Der Winter ist nichts für mich, da sehne ich mich nach Sonne, Strand und Sonnenbaden.
Sehnsucht, das ist ein sehr starkes, inniges Verlangen nach einem Menschen oder besseren Zeiten. Verliebte sehnen sich nach der Rückkehr des Liebsten/der Liebsten und können es kaum abwarten bis er oder sie wieder da ist. „Sehnsucht heißt ein altes Lied der Taiga“, hat einst Alexandra gesungen. Sehnsucht ist ein ganz tiefes Gefühl, das uns leiden lässt, bis endlich die Wiederkehr da ist; aber es ist auch ein gutes Gefühl, da es uns im tiefsten anrührt und uns sagt: Du vermisst etwas Wichtiges in Deinem Leben, das Dein Leben ist, Dich am Leben erhält! Es wird wiederkommen, wie nach dem Winter wieder der Sommer kommt.
Im Advent singen wir: „O komm, o komm Immanuel, nach dir sehnt sich dein Israel!“ Wir stimmen ein in ein altes biblisches Lied, das das Verlangen nach dem Messias ins Wort bringt. Glauben wir, was wir im Advent beten und singen? Tragen wir diese Sehnsucht nach Gott so tief im Herzen? Glauben wir, dass der „Gott-mit-uns, der Immanuel“ wiederkommt in die Welt? Sind wir als Christen eine Hoffnungsgemeinschaft auf den wiederkommenden Christus hin, der am Ende der Tage alles ins Recht setzt? Der Advent will uns immer beides aufzeigen: Warten auf das Weihnachtsfest und das Gotteskind in der Krippe und das Warten auf die Erlösung der Welt in der Endzeit.
Und dabei verbinden wir uns mit der Messias-Erwartung des Volkes Israel und mit der Hoffnung auf einen treuen Gott: „In Sünd‘ und Elend weinen wir und flehn und flehn hinauf zu dir. Freu dich, freu dich, o Israel, bald kommt, bald kommt Immanuel.“
Ich fände es großartig, wenn christliche Gemeinde – katholisch und evangelisch und … - in der Hoffnungsgemeinschaft wachsen würde, dass unser Gott auch über das Weihnachtsfest 2017 hinaus treu zu seinem Volk steht und die erlösungsbedürftige Welt rettet, am Tag, den er dafür bestimmt hat.
Ich sehne mich nach Sommer und Sonne, aber ich freue mich auch in diesen Adventstagen darüber, dass mir die Sehnsucht nach diesem „Gott-mit-uns, dem Immanuel“ noch nicht verloren gegangen ist und ich diesem treuen Gott trauen kann. So will ich laut einstimmen in das wunderschöne alte Adventslied: „O komm, o komm Immanuel!“: diese Sehnsucht lebt eben auch in mir und dafür bin ich dankbar.


(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)


IMPRESSUM:
Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


Sie erhalten diese E-Mail, weil Ihre E-Mail-Adresse auf der Seite www.adventkalender.or.at eingetragen wurde. Sollten Sie sich abmelden wollen, so schicken Sie bitte diese E-Mail mit dem Betreff "Abmeldung" zurück.