11. April: hören


Zum Glauben gehört ganz wesentlich auch das Hören – Hören auf Gottes Wort, auf das, was Gott von mir will. Oder vielleicht richtiger: auf das, was Gott für mich will. Genau wie mit dem Schauen tun wir uns heute mit dem Hören eher schwer. Unsere Welt ist sehr laut und umtriebig geworden. Um darin bestehen zu können, muss man ja auch was sagen. Und so sagt auch der, der eigentlich nichts zu sagen hat, trotzdem etwas. Denn nur, wenn man etwas sagt, ist man ja auch wer. Dann wird sprechen und reden zum Beweis, dass man selbst existent ist. Wer selbst redet, kann nicht gut hören. Deshalb hat sich bei vielen Menschen inzwischen eine „seelische“ Schwerhörigkeit entwickelt. Sie sind so damit beschäftigt, das zu sagen, was sie gerade beschäftigt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, auf das zu hören, was dem anderen gerade wichtig ist. Aber wenn ich nur rede, um damit irgendwie „vorzukommen“, dann drehe ich mich um mich selbst. Wenn ich anderes und Neues erfahren will, dann muss ich ins Hören kommen. Und es könnte sein, dass deshalb unser Glaube zuerst unser Hören will – und erst dann unser Reden. Weil Gott uns was zu sagen hat ...


Aus: Andrea Schwarz, Um Antwort wird gebeten. 52 Einladungen ins Leben, S. 55 © Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2016. Internet: www.verlagsgruppe-patmos.de
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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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