8. April: Gönn dir Muße


Die griechischen und römischen Philosophen haben das Lob der Muße gesungen. Die Muße ist die freie Zeit der Ruhe. Sie meint aber nicht den Müßiggang, bei dem man nicht weiß, was man anfangen kann. Gegenüber dem leeren Müßiggang ist die Muße jedoch die Zeit, um über die wesentlichen Dinge des Lebens nachzudenken.
Die Muße ist der Ort, innezuhalten, um im Inneren Halt zu linden. Wer ausgebrannt oder erschöpft ist, hat seine innere Mitte verloren. In der Muße geht es darum, in seiner Tätigkeit anzuhalten, nach innen zu gelangen und sich dort aufzuhalten.
Das mittelhochdeutsche Wort „haltaere“ bezeichnet auch den Hirten, den Bewahrer, den Empfänger und den Erlöser. Wenn ich in meinem Inneren Halt finde, dann bewahre ich mein wahres Selbst. Ich werde zum Hirten meiner selbst. Dann löst sich all das, was mich gefangen hält. Ich fühle mich frei. Ich empfange mich gleichsam neu. Ich werde neu geboren.
Wer in Gefahr ist auszubrennen, soll sich beizeiten immer wieder Muße gönnen. In der Muße gehe ich nach innen. Und ich erlaube mir, jetzt einmal nichts zu tun. Ich denke nicht an den Druck, den ich bei der Arbeit oder in Beziehungen spüre. Ich gönne mir die freie Zeit. Ich schaue nach innen und finde dort Halt und Geborgenheit. Ich erneuere mich, indem ich nach innen gehe und dort meinem wahren Selbst auf die Spur komme.



Aus: Anselm Grün, hrsg. v. Rudolf Walter, Quellen der Kraft. Eigene Energien nutzen, S. 68–69 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2016. Internet: www.herdershop24.de
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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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