3. April: Werkzeug


Boshaftigkeit steckt dahinter. Ja, so möchte man es am liebsten bezeichnen: Boshaftigkeit. Da braucht man dringend aus dem gut geordneten Schuppen ein bestimmtes Werkzeug, um eine Arbeit auszuführen, die dringendst erledigt werden muss. Dieses Werkzeug lässt und lässt sich unmöglich finden, auch nicht mit langem Zeitaufwand. Weg ist es, einfach weg. Dann behilft man sich notdürftig, sehr mühsam, mit einem nicht ganz geeigneten anderen Werkzeug. Die Arbeit wird unter leichten Murren und Grummeln mühsam erledigt und beendet. Und plötzlich liegt das zuvor aufwendig gesuchte Werkzeug, gleichsam grinsend, direkt vor der Nase. Boshaft!

„Das Gehör hast du mir eingepflanzt; darum sage ich: Ja ich komme.“ (Ps 40,7) Auf Gottes Anspruch uns gegenüber ist das die Antwort, die bei unserer Taufe Eltern und Paten für uns stellvertretend und die wir bei unserer Firmung selbst gegeben haben.

Gott hat uns angesprochen, ja. Aber hat er durch unsere Antwort auch einen Anspruch auf uns, einen Anspruch, Werkzeug in seiner Hand, nur in seiner Hand, zu sein, so dass er mit uns und durch uns nach seinem Plan und seinem Gutdünken arbeiten kann? Wenn es uns in den Kram passt, na ja dann schon. Und wenn es uns nicht in den Kram passt? Gehe ich dann nicht auch mal ganz gern auf Tauchstation: „Du findest mich momentan nicht; ich bin mal eben weg. Na ja, später, später stehe ich wieder zur Verfügung, wenn die Situation sich wieder positiv geändert hat und es nicht ganz so unangenehm ist, wenn ich nicht unbedingt und absolut Farbe vor den Menschen bekennen muss, Zeuge für dich sein muss in meinem Denken, Tun und Lassen.“?

Nur, er sucht mich, mich, mich … und nicht irgendwen, mich sucht er. Wie die Frau im biblischen Gleichnis, die eine wertvolle Münze verloren hat und die ganze Bude auf den Kopf stellt, so sucht er mich. Und ich: „Hier bin ich“? Oder will ich mich lieber nicht finden lassen: auf noch tieferer Tauchstation?

Gott hat einen Anspruch uns gegenüber; er hat einen Plan mit mir, einen Plan, den er nur mit mir als seinem Werkzeug verwirklichen kann und will. Meine Antwort auf seinen Anspruch, meine Aufgabe besteht darin, seinen Plan mit mir zu erkennen, diese allein für mich bestimmte Aufgabe anzunehmen und Gott zur Verwirklichung seines Vorhabens durch mich wirken zu lassen, sein willfähriges Werkzeug zu sein.

Da kann ich im Überschwang meiner religiösen Gefühle natürlich leicht sagen: Ja, das ist es. Nein, das ist es nicht, denn ich muss lernen, im banalen täglichen Alltag, der manchmal sehr leer und öde sein kann, immer wieder wie Samuel bewusst in allen Lebenslagen zu sagen „Rede, Herr, dein Diener hört!“ (1 Sam 3,10) und diese meine Bereitschaft mit Leben zu erfüllen. Und das kann manchmal ganz schön schwer und unangenehm sein, bedingungslos den fordernden Herrn zu hören, bedingungslos zu dienen, bedingungslos und immer als Werkzeug bereit zu sein. Und das ist nicht nur eine Aufgabe für die „Berufschristen“, sondern eine Auftrag, der allen Getauften und Gefirmten gilt.


(Originalbeitrag von Pfarrer i.R. Christoph Fr. Dziwisch, Stockelsdorf)


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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