1. April: Windhauch


„Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch.“ (Koh 1,2)

Windhauch – Vergänglichkeit. Eigenartig, irgendwie erinnert mich das an meine Kindheit. Ich liebte es, mit Seifenblasen zu spielen. Seifenblasen sind eine tolle Sache. Ich liebe sie auch heute noch, diese bunt schillernden Gebilde, wenn sie fast schwerelos durch die Luft schweben und das Licht der Sonne spiegeln. Es ist faszinierend, ihnen zuzusehen. Bis sie plötzlich irgendwo anstoßen – und plötzlich sind sie nicht mehr da. Verschwunden, als wären sie nie da gewesen.
Seifenblasen, das ist nicht nur ein Spiel für Kinder. Auch Erwachsene schauen gerne zu, freuen sich über besonders große, bunte, langlebige, gut gelungene ...
Das Buch Kohelet befasst sich mit unserem Leben. Was hier als Windhauch bezeichnet wird bedeutet schlichtweg: all unsere Anstrengungen, unsere schlaflosen Nächte, unser Entdecken und Forschen, unser Besitz, unsere Vorstellungen, unser Können und unser Erfolg sind nichts anderes als Seifenblasen, die in der Sonne glänzen, uns einige Zeit Freude machen, dann aber vom Windhauch davon getragen werden.
Nichts bleibt übrig. Es ist ganz sicher, dass wir alles einmal loslassen und hergeben müssen. Spätestens am Ende unseres irdischen Lebens.
Das Einzige, das wir dann mit hinüber nehmen können, sind die Taten, die wir selbstlos und aus Liebe getan haben.


(Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz – St. Peter)


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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