30. März: Nur keine Hetze


Wer ruhig ist, der ist bei sich. Er ist in Berührung mit seiner inneren Kreativität. Nur wer bei sich ist, kann die Dinge klären. Wer gehetzt von einem Termin zum andern jettet, der wird zwar viel tun. Aber es wird wenig dabei herauskommen.
Das deutsche Wort „Hetze“ kommt von Hass. Wer sich selbst hasst der ist nicht kreativ. Er wird sich zwar ständig antreiben, aber nicht, weil er Lust hat, etwas anzupacken, sondern weil er sich selbst nicht achtet. Und wer sich nicht achtet, der wird nichts Beachtenswertes vollbringen.
Wer bei sich ist, dem werden die Lösungen eher einfallen und er wird die Probleme wirklich angehen. Wer vor sich davonläuft, der ist zwar ständig in Aktion. Aber er weiß oft gar nicht, wohin er läuft. Oft genug rennt er vor seinem eigenen Schatten davon. Doch gerade auch im Schatten liegt oft ein wichtiges Lebenspotenzial. Wenn ich vor dem Schatten davonlaufe, wird er mich verfolgen.
Eine chinesische Geschichte erzählt von einem Mann, der vor seinem Schatten floh. Immer wenn er zurücksah, nahm er den Schatten wahr. Er lief schneller und schneller. Aber immer noch war der Schatten hinter ihm her. Schließlich fiel er tot um. Wer langsam geht, der kommt manchmal schneller ans Ziel. Denn er wird nicht gehetzt vor etwas davonlaufen. Er geht auf das zu, was wichtig ist.


Aus: Anselm Grün, hrsg. v. Rudolf Walter, Quellen der Kraft. Eigene Energien nutzen, S. 31–32 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2016. Internet: www.herdershop24.de
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IMPRESSUM:
Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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