25. März: sitzen


Manchmal sitz ich ganz gerne einfach so in der Gegend rum ... morgens beim ersten Tee, wenn ich den Vögeln zusehe und den Schiffen auf der Ems, oder abends im Garten auf der Bank, wenn die Fledermäuse ihre Runden drehen. Ich kann das am endlosen Strand von Juist mit Blick auf das Meer und im Straßencafé an der Alster, mit Hunderten von Menschen um mich herum – einfach dasitzen und gucken.
Als Kind hab ich noch gehört: „Sitz nicht rum! Tu was!“ – und das führte dann dazu, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich nicht mit irgendetwas beschäftigt war. „Rumsitzen“ galt als „faul“, und Müßiggang war „aller Laster Anfang“. Aber gerade solche Zeiten können kostbar sein.
Es mag ja durchaus sein, dass ich in dem Moment nichts tue – aber es könnte sein, dass sich gerade dann etwas in mir tut. Nicht „ich tue“, sondern „es tut sich“. Und vielleicht kann erst dann etwas Neues in mir wachsen und sich entwickeln, wenn ich dabei nicht störe, nicht allzu viel denke und mache und tue.
Wenn ich einfach nur bin ...
Deshalb sitze ich manchmal ganz gerne einfach nur irgendwo rum ... damit „es“ eine Chance hat. Probieren Sie es doch einfach mal aus!


Aus: Andrea Schwarz, Um Antwort wird gebeten. 52 Einladungen ins Leben, S. 68 © Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2016. Internet: www.verlagsgruppe-patmos.de
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IMPRESSUM:
Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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