19. März: Wie wird Kirche morgen sein?


Diese Frage treibt viele Menschen derzeit in der Kirche um. Wer wird morgen noch glauben? Wie wird in Zukunft Kirche gelebt werden, oder werden wir zu einer kleinen Sekte verkommen? Niemand wird dazu wirklich gültige Prognosen abgeben können. Was wir derzeit in Mitteleuropa erleben macht uns nicht froh. Jede Diözese legt mehr oder weniger hilfreiche Konzepte vor – mir scheint, tragfähig sind sie alle nicht. „Zu Großpfarreien gibt es keine Alternative“, sagte vor kurzem ein deutscher Bischof. Aber niemand sagt, jetzt ist eine Größe erreicht, die nicht mehr überschritten werden darf, in der hilfreiche Pastoral nicht mehr gewährleistet wird. Aus der „geh hin“-Kirche, ist schon lange eine „komm her“-Kirche geworden, aus der Pfarrkirche eine Fahrkirche.
Niemand weiß Rat, wir müssen gemeinsam nach Antworten suchen. Auch ich habe kein Konzept. Aber ich habe Ideen, die auf einer 30-jährigen priesterlichen Erfahrung beruhen und die Sehnsucht der Menschen berühren. Wir müssen weg vom hauptamtlichen Beamtentum und der ständig gefühlten Überlastung, hin zu einer Kirche der Gastfreundschaft, der Wertschätzung, des barmherzigen Umgangs miteinander – zu einer Kirche, in der das „Weinwunder“ und das „Brotwunder“ täglich erfahrbar wird, in der alle ihre Talente zusammenlegen und entdecken, wie viel und wie vielfältig die Gaben sind, die wir haben. Eine Kirche, in der Seelsorge von allen wahrgenommen wird.
Eine Utopie? Es ist ein Wagnis, ein Aufbruch in eine ungewisse Zukunft – aber die haben wir jetzt auch. Mit dem Evangelium unter dem Arm und in der Gewissheit der Zusage Jesu: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“, kann uns aber nicht bange werden. In überschaubaren Strukturen geschwisterlich Kirche leben – dazu die Bedingungen schaffen, das wäre ein Projekt an dem ich gerne beteiligt wäre.


(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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