16. März: Herz-erfüllte Hände


„Con l’amore di una madre“ – mit der Liebe einer Mutter sei den Kranken und Leidenden zu begegnen. So meinte ein Heiliger, der in unseren Breiten ein wenig zu kurz kommt. Im Direktorium ist er am 14. Juli mit einem sogenannten „kleinen g“ verzeichnet, was so viel bedeutet wie „nicht gebotener Gedenktag“. Daher ist er mancherorts relativ unbekannt. Die Rede ist vom Heiligen Kamillus.
Kamillus von Lellis wurde im Jahr 1550 in Buccianico in Italien geboren. Nach einer abenteuerlichen Jugend und einer noch abenteuerlicheren Bekehrung erkennt er Christus in den Kranken, Leidenden und Sterbenden. Er beschließt, fortan ganz für diese Menschen da zu sein. So wird er zunächst Krankenpfleger. Bald wird ihm aber klar, dass das nicht genügt. Nicht allein dem Körper, auch der Seele der Patienten gilt nun sein ganzes Bemühen. So entschließt er sich kurzerhand Priester zu werden.
Er reformiert daraufhin das Spitalswesen in einer bisher noch nie dagewesenen Form. Jeder Kranke soll sein eigenes Bett bekommen – damals eine unglaubliche Errungenschaft! Täglich verbringt er nach Dienstschluss noch bis tief in die Nacht unzählige Stunden bei Todkranken und Sterbenden. Bald schließen sich ihm Gleichgesinnte an. So gründet er den Orden der „Diener der Kranken“ – bekannter als „Kamillianer“.
Der Papst verleiht den Ordensangehörigen als Unterscheidungszeichen zu allen anderen ein rotes Kreuz, das sie fortan auf ihrer Soutane tragen. Im Einsatz bei Pest- und Choleraepidemien lassen viele Kamillianer ihr Leben. Doch immer wieder drängt es sie zu den Kranken. Bald werden sie wegen ihres Einsatzes für die Sterbenden die „Väter vom guten Tod“ genannt. Im Jahr 1614 stirbt Kamillus und hinterlässt eine mittlerweile blühende Ordensgemeinschaft.
„Legt euer Herz in eure Hände“, so trägt er seinen Nachfolgern auf. Gegenwärtig, da immer wieder der Euthanasie das Wort geredet wird – in einer Gesellschaft, in der für Alte und Kranke kein Platz mehr zu sein scheint –, gerade hier und heute scheint mir dieser Auftrag des Heiligen Kamillus brandaktuell.


(Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz – St. Peter)


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Redaktion: Paul M. Delavos


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