9. März: staunen


Von Kindern könnten wir das wieder lernen ... staunen können! Fasziniert sich von etwas in Bann ziehen lassen, schauen, hören, tasten ... etwas entdecken. Das kann der Regenwurm sein, der sich aus dem Boden hervorkringelt, der Schaum auf dem Wasser in der Badewanne, die hohen Windkrafträder oder das kunstvolle Netz der Spinne, Kinder können einfach sprachlos davorstehen und spüren, dass es da etwas gibt, das schön ist, groß, unbegreiflich. Ich glaube, das ist „staunen“.
Wir „Großen“ haben das manchmal verlernt. Wir staunen und fragen nicht mehr, sondern sind stolz auf unser rationales Denken und begegnen Geheimnissen wie Rätseln, die es zu lösen gilt. Was wir erklären können, darüber staunen wir oft nicht mehr. Was wir verstehen, verliert manchmal seinen Zauber. Aber damit machen wir uns selbst arm.
Vielleicht sollte man manchen Dingen ihr Geheimnis lassen. Vielleicht sollte man sich ein wenig Staunen mitten im Alltag bewahren – Dinge eben nicht für selbstverständlich halten und sie einfach schön, groß und unbegreiflich sein lassen. Und nicht alles erklären müssen ...
Denn nicht zuletzt gilt: Wer sich nicht mehr wundern kann, für den werden auch keine Wunder geschehen.


aus: Andrea Schwarz, Um Antwort wird gebeten. 52 Einladungen ins Leben, S. 61 © Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2016. Internet: www.verlagsgruppe-patmos.de
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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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