2. März: Maß halten


Mit Aufforderungen wie „Maß halten“ oder „den Gürtel enger schnallen“ kann man keine Wahl gewinnen, obwohl jeder klug denkende Mensch weiß, dass wir mit immer mehr Wachstum nicht mehr weiter kommen, da die Rohstoffe begrenzt sind und die Natur immer mehr ausgebeutet wird. Aber diese Tatsachen wollen wir nicht hören und man kann Wahlen gewinnen, wenn man die Klimaerwärmung einfach bestreitet und unbegrenztes Wachstum propagiert.
Die österliche Bußzeit ruft uns zu: „Kehrt um!“ Begreift, dass euer Leben begrenzt ist und die Lebenszeit unserer Erde auch nicht unbegrenzt ist. Gott hat die Welt in unsere menschlichen Hände gelegt, die Sorge für gesunde Luft und trinkbares Wasser, für das Wachsen und Werden von Flora und Fauna ist unser Auftrag. Diese Sorge können wir nicht delegieren an andere, jeder und jede von uns ist gefragt. Und wir wissen ganz genau, dass wir das nur schaffen werden, wenn wir alle etwas kürzer treten.
Diese Bußzeit könnte da wieder eine Zeit der Erprobung sein. Was brauche ich wirklich, auf was kann ich in diesen sieben Wochen verzichten und was ist unverzichtbar.
Kleine Kinder halten die Hände vor das Gesicht und glauben so, nicht gesehen zu werden. Vielfach leben auch wir Erwachsenen nach dieser Devise, aber wir können in der Fastenzeit beweisen – am besten uns selbst – dass wir willensstark sein können und unsere Ansprüche auf ein „immer mehr“ reduzieren.

Auf was will ich in den kommenden Wochen freiwillig verzichten? Die Möglichkeiten sind vielfältig und erfolgversprechend. In welchen Situationen ziele ich meist über das „Maß“ hinaus, auch im Bewusstsein, dass es meiner Gesundheit nicht förderlich ist. Wo will ich mich bewusst für einige Wochen einschränken, beim Essen, Trinken, bei meinen Freizeitaktivitäten und entscheide mich für einen anderen Lebensstil?

Den Ruf Jesu zur Umkehr, kann ich konkret in meinem Leben umsetzen – in der Fastenzeit – aber auch darüber hinaus. „Maß halten“ ist da nicht die schlechteste Lösung!


(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Wallenbergstraße 20, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos


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