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Fastenkalender der Pfarre Linz - St. Peter

3. April: Karsamstag

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Ist der Gründonnerstag noch voller Spannung und Veränderung und der Karfreitag noch voller Dramatik von der Verurteilung bis zur Kreuzabnahme und Bestattung, so ist der Karsamstag der Tag der großen Stille, des Schweigens, der Ruhe, der Trauer.
Der Karfreitag ist vorüber. Jesus ist tot, ist hingerichtet worden, ist nicht mehr. Er ist nicht vom Kreuz herabgestiegen, man hat ihn als Toten abgenommen. Er ist auch nicht vor dem Grab geflohen, sondern ist wie alle Toten begraben worden – in (für einen Hingerichteten) würdiger Weise, von Freunden umgeben; aber er liegt im Grab und der Stein verschließt die Öffnung. Ein Schlussstein, ein Schlusspunkt.
Es ist Sabbat, der große Ostersabbat. Feiertag, noch mehr: Erinnerungstag an die große Rettung des Volkes vor seinem drohenden Untergang. Nach den verschiedenen lästigen, aber erfolglosen „Plagen“ hat schließlich der Tod der Erstgeborenen den befreienden Auszug möglich gemacht, der nach vielen Umwegen und Krisen ins verheißene Land führte. Rettung und Gnade, Heil und Heimat kennzeichnen die Feier dieses Sabbat.
Wie jedes Jahr. Es ist auch diesmal nicht anders. Das Leben geht weiter – nach den vergleichsweise turbulenten Ereignissen der letzten Tage, zumal des Vortages. Das mit Jesus von Nazaret scheint erledigt. Er ist aus dem Weg geräumt, mit dem muss man sich nicht mehr (wie in den vergangenen Jahren) befassen. Er beunruhigt nicht mehr, er tut nichts mehr. Seine Anhänger haben sich zurückgezogen und scheinen bedeutungslos geworden. Weiteren Aufregungen ist durch die Bewachung des Grabes vorgebeugt.
Was tun die Verwandten und Freunde Jesu? Sie haben mit gebotener Eile das Begräbnis durchgeführt und den Ort des Grabes verlassen. „Sie gingen weg“, schließen die Passionserzählungen. Sie gehen – aber voll Betroffenheit, Fragen und Trauer.
Wir sehen den Karsamstag (mit Recht) von Ostern her, aber wir sollten ihn auch vom Karfreitag her sehen, und da ist es ein langer, ruhiger und doch irgendwie auch beunruhigender Tag. Die Vergangenheit scheint die Zukunft verschlungen zu haben. Wie soll es weiter gehen? Wird es überhaupt weiter gehen? Zeichen, die in die Zukunft weisen, sind nicht wahrzunehmen.
Der Karsamstag ist der Tag des Grabes und der Toten, der Friedhöfe und der Gräber (wo immer in der Welt), der Trauer, aber auch der Hoffnung.

aus dem Nachlass von †Dr. Alfons Riedl, Linz


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Tungassingerstraße 23a, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos