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Fastenkalender der Pfarre Linz - St. Peter

27. März: Wenn sich das Herz nach mehr sehnt

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O Gott, du bist mein Gott,
dich suche ich.
Meine Seele dürstet nach dir
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.
Psalm 63,2–3


Mein Herz sehnt sich nach mehr
heraus aus dem Verstummtsein
dem Versteintsein
aus der Dürre und Härte dieser Tage
sehnt sich mein Herz nach dir.

Aus dem Trott des Alltags
aus der Fülle der Dinge
aus den prachtvollen Täuschungen, aus dem Begehren
alles zu haben, was ich mir wünsche
sehnt sich mein Herz nach den anderen Wünschen
nach dir.

Aus der Ungeduld und manchmal aus
der Versuchung aufzugeben
aus der milden Resignation, dieser Mischung
von schon alles wissen
und sich entmutigen lassen davon
sehnt sich mein Herz nach etwas ganz Einfachem
nach dir.

Aus der Kompliziertheit dieser Welt
aus der ich nicht aussteigen kann
wo alles gemischt ist und oft so grau
aus den Vorhaben, die manchmal gelingen
und manchmal auch nicht
aus all dem Bemühen um ein Quäntchen Frieden
und der Enttäuschung, weil die Waffenlieferanten
schon wieder am Werk sind
sehnt sich mein Herz nach Beherztheit
nach dir.

Aus den totalitären Fantasien
man könnte das alles ändern und alles auf einen Schlag
sehnt sich mein Herz nach dem einen Schritt
dem richtigen, der zur Quelle führt.

Meine Seele dürstet nach dir
immer hoffe ich, dass das Umherziehen
in den Wildnissen
ein Ende haben wird
dass es irgendwo das Land gibt, das du
uns versprochen hast.

Oder bilde ich mir das nur ein
und was mir als Oase vorschwebt
ist bloß eine Fata Morgana
ein bisschen mehr Realismus, sagen sogar
meine Freunde
es gibt keine Alternativen.

O Gott, du bist mein Gott, dich suche ich
tausend mal tausend Mal
und manchmal denke ich, ich habe dich gefunden
aber dann war es nur die Hoffnung, die ich auf dich setze
oder eine Ahnung, ein Blick aus den Augen der Kinder
ein Windstoß im März.

Mein Herz sehnt sich nach mehr im dürren Land
in der lang anhaltenden Trockenheit
in der nichts wachsen will
sage ich mir die Worte vor von den triefenden Auen
die du uns versprochen hast

Und stell mir vor, du bist wie
Wasser in den Brunnen meiner Kindheit
reichlich und kühl
wie ein Bergbach im Salzkammergut.

Mein Herz sehnt sich
komm doch und
lass dich trinken
komm doch und
reich mir das Wasser.

Meine Seele dürstet nach dir.

Aus: Reinhild Traitler, Es muss nicht der siebte Himmel sein. Spirituelle Texte für alle Tage, S. 94–96 © Matthias-Grünewald-Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2009. Internet: www.gruenewaldverlag.de
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IMPRESSUM:
Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Tungassingerstraße 23a, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos