|
Fastenkalender der Pfarre Linz - St. Peter |
27. März: Wenn sich das Herz nach mehr sehnt
![]() |
O Gott, du bist mein Gott, Mein Herz sehnt sich nach mehr heraus aus dem Verstummtsein dem Versteintsein aus der Dürre und Härte dieser Tage sehnt sich mein Herz nach dir. Aus dem Trott des Alltags aus der Fülle der Dinge aus den prachtvollen Täuschungen, aus dem Begehren alles zu haben, was ich mir wünsche sehnt sich mein Herz nach den anderen Wünschen nach dir. Aus der Ungeduld und manchmal aus der Versuchung aufzugeben aus der milden Resignation, dieser Mischung von schon alles wissen und sich entmutigen lassen davon sehnt sich mein Herz nach etwas ganz Einfachem nach dir. Aus der Kompliziertheit dieser Welt aus der ich nicht aussteigen kann wo alles gemischt ist und oft so grau aus den Vorhaben, die manchmal gelingen und manchmal auch nicht aus all dem Bemühen um ein Quäntchen Frieden und der Enttäuschung, weil die Waffenlieferanten schon wieder am Werk sind sehnt sich mein Herz nach Beherztheit nach dir. Aus den totalitären Fantasien man könnte das alles ändern und alles auf einen Schlag sehnt sich mein Herz nach dem einen Schritt dem richtigen, der zur Quelle führt. Meine Seele dürstet nach dir immer hoffe ich, dass das Umherziehen in den Wildnissen ein Ende haben wird dass es irgendwo das Land gibt, das du uns versprochen hast. Oder bilde ich mir das nur ein und was mir als Oase vorschwebt ist bloß eine Fata Morgana ein bisschen mehr Realismus, sagen sogar meine Freunde es gibt keine Alternativen. O Gott, du bist mein Gott, dich suche ich tausend mal tausend Mal und manchmal denke ich, ich habe dich gefunden aber dann war es nur die Hoffnung, die ich auf dich setze oder eine Ahnung, ein Blick aus den Augen der Kinder ein Windstoß im März. Mein Herz sehnt sich nach mehr im dürren Land in der lang anhaltenden Trockenheit in der nichts wachsen will sage ich mir die Worte vor von den triefenden Auen die du uns versprochen hast Und stell mir vor, du bist wie Wasser in den Brunnen meiner Kindheit reichlich und kühl wie ein Bergbach im Salzkammergut. Mein Herz sehnt sich komm doch und lass dich trinken komm doch und reich mir das Wasser. Meine Seele dürstet nach dir.
Aus: Reinhild Traitler, Es muss nicht der siebte Himmel sein. Spirituelle Texte für alle Tage, S. 94–96 © Matthias-Grünewald-Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2009. Internet: www.gruenewaldverlag.de
IMPRESSUM: |