O du hochheilig Kreuze,
daran mein Herr gehangen
in Schmerz und Todesbangen.
Du bist die sichre Leiter,
darauf man steigt zum Leben,
das Gott will ewig geben.
Du bist die starke Brücke,
darüber alle Frommen
wohl durch die Fluten kommen.
Du bist der Stab der Pilger,
daran wir sicher wallen,
nicht wanken und nicht fallen.
Du bist des Himmels Schlüssel,
du schließest auf das Leben,
das uns durch dich gegeben.
(Aus: Gotteslob Nr. 182)
Das Kreuz Jesu verehren heißt nicht: es verharmlosen oder gar idealisieren. Als hätte nach Gottes Willen das Kreuz sein müssen. Als müssten wir uns ein Kreuz auferlegen, damit wir bei Gott Gnade finden. Als dürfe es uns nur ja nicht zu gut gehen.
Jesus hat das Kreuz nicht gesucht. Aber er ist ihm auch nicht ausgewichen, nur um die eigene Haut zu retten. Er stand zu seiner Überzeugung und zu seiner Sendung. Und das unter allen Umständen, auch unter „Schmerz und Todesbangen“ am Schandpfahl der Verbrecher.
Diese Treue, diese Hingabe, diese Liebe ging nicht ins Leere. Gott hat sein Ja dazu gesagt: in der Auferweckung. Und er sagt es damit zu allen Menschen. Dieses Ja Gottes heißt für uns: Erlösung, Versöhnung, Leben. Ja, Leben – trotz Mühsal, Leid und Tod.
Nun sehen wir das Kreuz mit anderen, mit österlichen Augen: Es ist „Leiter“, „Brücke“, „Pilgerstab“ und „Schlüssel zum Himmel“. An ihm haben wir Halt und Hoffnung. Das ganze Jahr, das ganze Leben.
aus dem Nachlass von †Dr. Alfons Riedl, Linz
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Redaktion: Paul M. Delavos