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Fastenkalender der Pfarre Linz - St. Peter

24. März: Herr Hametner und das ewige Leben

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Gestern war ich in der Ordination unserer Tierärztin und dort habe ich Herrn Hametner wieder getroffen. Ich war erstaunt, wie rasch er sich nach seinem schweren Unfall erholt hat. Und stellen Sie sich vor, er wirkte tatsächlich rundum glücklich. Das hat mich dann angesichts seiner Unfallnarben und seines immer noch zerfledderten Aussehens doch einigermaßen verwundert.
Aber zum allgemeinen Verständnis gleich vorweg: Herr Hametner ist ein kleiner roter Kater. Er wurde von einem Auto überfahren und ist dann halb tot von Menschen mit Herz zur Frau Tierärztin gebracht worden. Mit viel Geduld hat sie ihn wieder zusammengeflickt und nun lebt Herr Hametner in der Tierordination. Sie ist sein Zuhause geworden, weil niemand sich als Besitzer gemeldet hat. Herr Hametner könnte jetzt auch gar nicht mehr anderswo leben, weil er als Folge seines Unfalls jeden Tag tiermedizinische Versorgung braucht. Und sein Aussehen ist sowieso ziemlich gewöhnungsbedürftig. Sein Schwanz musste amputiert werden, einige Narben werden wohl nicht mehr verheilen und außerdem wird er immer leicht hinken. Aber so sieht er halt jetzt einmal aus, der Herr Hametner. Er genießt die Zuwendung, die er bekommt in seinem nunmehrigen Zuhause und zeitweise darf er sogar ins Freie, um sich die Sonne auf’s Fell scheinen zu lassen. Herr Hametner hat genau seinen Platz gefunden. Es ist für ihn letztendlich alles gut geworden.
Ich persönlich bin Herrn Hametner sehr dankbar. Wenn ich ihn sehe, erinnert er mich jedes Mal an das Wort von Jesus: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen!“, das wir im 14. Kapitel des Johannesevangeliums nachlesen können. Für jede und jeden von uns gibt es im Haus des Vaters den passenden Platz. Egal, welche Narben und Wunden uns auch das Leben geschlagen hat, egal, wie schön oder unansehnlich wir nach den Maßstäben unserer Umgebung auch sein mögen – im Haus des Vaters werden wir letztlich genau unseren Platz finden. Es wird alles gut werden.
Am Ostermorgen hat Jesus die Tür zum Vaterhaus für uns alle weit geöffnet. Und er ist voraus gegangen, um uns eine passende Wohnung vorzubereiten. Das feiern wir zu Ostern. Auf diesem Hintergrund lässt sich dann auch so einiges aushalten und manche Narben und Verwundungen verlieren ihre akute Bedrohlichkeit, auch wenn sie jetzt noch schmerzen.
So bitter und so schön, so lustvoll und so schmerzlich unser Leben hier auch ist – das Beste kommt noch. Wir alle, die Jungen wie die Alten, haben das Leben letztendlich noch vor uns.
Das sind heitere Aussichten. Drum werde ich heuer in der Osternacht ein wenig auch an Herrn Hametner denken.

Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Tungassingerstraße 23a, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos