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Fastenkalender der Pfarre Linz - St. Peter

15. März: Vertreibe durch dein mächt'ges Wort ...

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„Vertreibe durch dein mächt’ges Wort ...
was heimlich unsern Sinn verwirrt,
und dreist sich drängt in unser Tun.“


aus einem Hymnus zur Vesper (Feier des Stundengebetes)

Oft fängt es ja ganz harmlos an. Da ist man im Garten am Arbeiten. Da muss zum Abschluss eine lange Leine oder ein langes Kabel aufgewickelt werden. Schnell ist der erste Knoten da. Man bemüht sich, ihn zu lösen. Es soll ja schnell gehen. Statt alles vernünftig zu entwirren, wird aber alles nur noch komplizierter und verwirrter.
Die ursprüngliche Bedeutung von „verwirren“ ist „drehen“ und „(ver)wickeln.“ Wir kennen auch das Substantiv „Wirren“, das auf politische Verwicklungen bis zu Kriegen hindeutet. Hinzu kommt auch das Adjektiv „wirr“, das wieder in Zusammenhang mit „Verworrenheit“ steht.
„Was ... unseren Sinn verwirrt.“ Das ist schon ganz schön gefährlich, aus einem verdrehten Sinn heraus zu handeln und alle möglichen Verwicklungen zu verursachen. Wir brauchen nur in die jüngste Geschichte zu schauen. Und dann gibt es das Etwas, was unseren – muss auch sagen: meinen Sinn – heimlich verwirrt oder verwirren möchte, d.h. doch: ich merke zunächst gar nicht, dass ich umgekehrt und in die Irre geführt werden soll. Das geht schleichend.
Da schleicht einer herum und ist heimlich am Werk. Und wenn jemand etwas heimlich tut, dann hat er meist ein festes, ihm wichtiges Ziel vor Augen, aber er führt nichts Gutes im Schilde. Denn wozu muss dann die Heimlichkeit, die an Lichtscheu – lichtscheues Gesindel – erinnert, nötig sein?
Wenn man heute in die Welt schaut, so kann man sehr viele Verwirrungen und Verworrenheiten feststellen, gleich ob in Kirche oder Politik. Es gilt aber nicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen und seine eigenen Hände in Unschuld zu waschen. Verantwortlich bin ich für meinen Sinn, und zwar für meinen gesunden Sinn, den ich nicht verwirren lassen darf. So habe ich mir einige Fragen zu stellen:
~ Erforsche ich eigentlich regelmäßig mein Gewissen?
~ Was tue ich, damit mein Gewissen gesund bleibt, so dass Gut und Böse deutlich unterschieden werden können?
~ Lasse ich mein Gewissen verdunkeln und verwirren?
~ Und wenn ja, wodurch und von wem?
~ Und wenn ich feststelle, dass mein Gewissen, mein Sinn, „verwirrt“ oder „ver-rückt“ ist, was tue ich dagegen?
~ Folge ich überhaupt meinem Gewissen oder überlasse ich wichtige Entscheidungen anderen, vielleicht (m)einem „Verwirrer?“

„Vertreibe durch dein mächt’ges Wort ...“ Jesus Christus ist das Wort des Vaters. Dieses Wort hat Macht, unseren Sinn gesund zu erhalten. Christus ist das Licht zur Erleuchtung der Völker. In diesem Licht kann alles Lichtscheue enttarnt werden, und zwar nicht nur in der großen Welt auch in mir selbst. Lassen wir dieses Licht, dieses Wort, in uns wirken, damit wir der Verwirrung der Sinne widerstehen. Fangen wir heute an!

Originalbeitrag von Pfarrer i.R. Christoph Fr. Dziwisch, Stockelsdorf


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Tungassingerstraße 23a, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos