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Fastenkalender der Pfarre Linz - St. Peter

10. März: Habt keine Angst!

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Jetzt bin ich also hier in Rom. Die Priesterwallfahrt im „Jahr des Priesters 2010“ macht's möglich. Ich stehe an deinem Grab: Karol Wojtyla aus dem polnischen Wadowice – als Johannes Paul II. bist du in die Geschichte eingegangen. Und du hast eine ganze Generation geprägt – meine Generation.
Das Jahr 1978, das Jahr der drei Päpste, habe ich als Jugendlicher erlebt. Vieles davon ist mir heute noch so lebendig gegenwärtig, als wäre es erst gestern geschehen.
Kurz nachdem du das Papstamt übernommen hast, hast du ein Wort an uns gerichtet, das mich von diesem Augenblick an bis zum heutigen Tag begleitet.
„Habt keine Angst!“, hast du uns allen Mut gemacht. Ich höre das bis heute mit deiner kraftvollen und hoffnungsfrohen Stimme in mir.
„Habt keine Angst!“ – Was das Leben auch bringen mag, wie die Welt sich auch im Lauf der Zeit wandeln mag: „Habt keine Angst!“ Christus ist bei uns – alle Tage, bis zum Ende der Welt. Nichts und niemand ist gottverlassen.
„Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! Öffnet die Grenzen der Staaten, die wirtschaftlichen und politischen Systeme, die weiten Bereiche der Kultur, der Zivilisation und des Fortschritts seiner rettenden Macht! Habt keine Angst! Christus weiß, was im Innern des Menschen ist. Er allein weiß es!“ Das waren deine Worte.
Das ist Hoffnung. Das lässt mich leben.
Wenn Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht sich breit macht: „Habt keine Angst!“
In den dunkelsten Stunden meines Lebens: „Habt keine Angst!“
Angesichts des Todes lieber Menschen: „Habt keine Angst!“
Bei schweren Entscheidungen, die es zu treffen gilt: „Habt keine Angst!“
Angesichts von Neid, Hass und Bosheit: „Habt keine Angst!“
Das ist Hoffnung! Das lässt mich leben!
Und nun jährt sich bald dein fünfter Todestag. An diesen Tag denke ich jetzt hier an deinem Grab zurück. Dein Todestag – oder sollte ich besser sagen: Dein „Himmelsgeburtstag“? Ich habe diesen Tag sehr bewusst miterlebt. Nein, ich war nicht am Petersplatz. Aber ich habe dich auf deinem Weg nach Hause begleitet, daheim in Linz. Früher hatte ich ja manche deiner Taten oder Aussagen nicht so wirklich verstanden. An diesem 2. April 2005 wurde mir vieles klar. Du wusstest dich so sehr in der Hand Gottes, dass du radikal Ernst gemacht hast mit der Nachfolge und dich auf keine Kompromisse eingelassen hast, wenn's sozusagen ans „Eingemachte“ ging. Bis in den Tod tiefer Glaube und unerschütterliches Vertrauen! Mehr und mehr beginne ich zu verstehen.
Und heute? Die Welt scheint mir heute wieder recht hoffnungslos. Viele Menschen haben Angst. Niemand weiß so recht, wie die Zukunft aussehen wird. Selbst in der Kirche beginnen viele zu resignieren. Angst macht sich breit. Angst vor der Zukunft oder einfach jene diffuse Angst, die alles lähmt und in Hoffnungslosigkeit taucht.
Es wäre jetzt an uns, dass wir einander zurufen: „Habt keine Angst!“
Ich glaube, wir sollten nicht lange herumtheoretisieren, sondern es ganz einfach tun.

Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz


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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Tungassingerstraße 23a, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos