Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?
Frau Königin, Ihr seid die Schönste,
aber Schneewitchen, über den sieben Bergen,
bei den sieben Zwergen,
ist viel schöner, als Ihr!
Der morgendliche Blick in den Spiegel ist eine gewohnte Tradition von vielen Menschen. Was sehe ich, wenn ich mich morgens im Spiegel sehe? Bin ich mit meinem Spiegelbild einverstanden? Gefalle ich mir, wie die Königin im Märchen Schneewittchen? Der Spiegel ist ehrlich: er zeigt mir, wer ich bin und tut auch unbequeme Wahrheiten kund: Dann sehe ich Krähenfüße, Tränensäcke, Falten oder Müdigkeit in meinem Gegenüber.
Wie sehe ich mich selber? Bin ich mit meinem Gegenüber zufrieden, oder will ich mich verändern. Der Blick in den Spiegel will zu ungeschminkter Kritik führen. Entdecke ich mich mit meinen Vorstellungen von mir noch wieder, oder sollte ich etwas an mir tun und die Fastenzeit zur Veränderung nutzen. Veränderungen können vielfältig sein – biblisch können sie auch Umkehr/ Abkehr vom Bisherigen sein – ein Stück „neuer Mensch“ werden! Einer, der am Leben, an Gott Maß nimmt!
Ich möchte die Wochen bis Ostern nützen um den Blick in den Spiegel wieder aufzunehmen. Und wenn ich mir gefalle und dem Ebenbild Gott wieder entspreche, dann kann Ostern stattfinden, dann kann ich den auferstandenen Christus empfangen!
Die Fastenzeit ist keine Zeit Diäten zu testen – es ist eine Zeit, mich mit meinem Leben zu verändern und dem Bild wieder neu zu entsprechen, wie Gott mich sieht. Ein ehrlicher Blick in den Spiegel hilft immer! So heißt es ja schon im ersten Korintherbrief: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen.“ (1 Kor 13, 12)
Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert
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Redaktion: Paul M. Delavos