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Eremiten waren einmal gefragt. Englische Lords mieteten manchmal einen Eremiten für ihren Garten als Statussymbol. Heute ist die Gattung nicht mehr interessant.
Ich gehöre einem Orden an, der mehrere Jahrhunderte selbstbewusst das Wort „Eremit“ in seinem Namen führte. „Augustiner-Eremiten“ nannten wir uns. Nun nennt sich der Orden „Brüder des Hl. Augustinus“ oder auch „Orden der Augustiner“. Was natürlich auch nett ist, aber die Eremiten gehen mir ab. Amerikanisches Drängen hat dazu geführt. Eremit hatte hauptsächlich eine historische Bedeutung. Amerikaner konnten damit wenig anfangen.
Tatsächlich: Eremiten, Einsiedler haben in unserer modernen Welt kaum einen Platz. Das Wort steht verloren da. Mir tut es leid um dieses Wort. Es ist schön, in der Wüste der Großstadt ein schauender Einzelgänger zu sein. Die Stadt ist ein Ort der Einsamkeit, wo man unerreichbar ist, wenn man will. Zu den Scheußlichkeiten der Neuzeit, die man Errungenschaften nennt, gehört das Handy. Besonders grotesk ist es, wenn zwei miteinander spazieren und jeder telefoniert irgendwo anders hin. Wer allein ohne dieses Gerät durch die Straßen geht, ist ein Stadteremit geworden.
Aus: Joop Roeland, Verlorene Wörter, S. 37 © Copyright 2009 by Wiener Dom-Verlag, A-1010 Wien. Internet: www.domverlag.at
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Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Tungassingerstraße 23a, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos
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